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Erdkunde / Globus von Kyle Glenn auf Unsplash
Erdkunde

 Bildungsbeitrag und Kompetenzerwerb

„Der Umgang mit globalen und komplexen Entwicklungen erfordert eine Anpassung bisheriger Verhaltensweisen und Handlungsstrategien auf der Grundlage von fundiertem Fachwissen und Beurteilungsvermögen. Gerade hier besitzt die Erdkunde ihr besonderes fachliches Potenzial zur Welterschließung in Räumen verschiedener Art und Größe. Daraus ergibt sich als Leitziel des Erdkundeunterrichts die Entwicklung raumverantwortlichen Handelns.“

Dazu sollen die Schülerinnen und Schüler in folgenden Bereichen Kompetenzen entwickeln:

Kompetenzbereich: Fachwissen

  • Fähigkeit, Räume verschiedener Art und Größe als natur- und humangeographisches System zu erfassen und die Wechselwirkungen zu analysieren

Kompetenzbereich: Räumliche Orientierung

  • Fähigkeit, sich in Räumen zu orientieren, im Realraum und mit Medien

Kompetenzbereich: Methoden

  • Fähigkeit, Schritte zur Erkenntnisgewinnung anzuwenden und diesen Prozess auch kritisch zu reflektieren

Kompetenzbereich: Kommunikation

  • Fähigkeit, geographische Sachverhalte zu versprachlichen und zu präsentieren

Kompetenzbereich: Beurteilung und Bewertung

  • Fähigkeit, raumbezogene Sachverhalte und Probleme kritisch zu beurteilen und Stellung zu nehmen

© Niedersächsisches Kultusministerium, Kerncurriculum Erdkunde Oberstufe, in: http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/ek_go_kc_druck_2017.pdf, S. 10-13.

Demnach wollen wir uns im Erdkundeunterricht nicht allein mit den Eigenschaften des Planeten Erde beschäftigen, sondern gleichsam mithilfe fachmethodischer Arbeitsweisen sowie Exkursionen/Feldarbeit nachhaltige Verhaltensweisen ableiten, um die Besonderheiten unserer Erde für uns und nachkommende Generationen zu schützen.

„Bildung für nachhaltige Entwicklung steht für eine Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt.“

© Nationaler Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung, Bundesministerium für Bildung und Forschung 2017

Geographie in der schulischen Praxis dauerhaft stärken!

Die Initiative “Roadmap 2030” wird gemeinsam von den geographischen Fachverbänden HGD, VDSG und VGDH getragen und wurde auf einer Kick-Off-Veranstaltung auf dem Deutschen Kongress für Geographie 2019 in Kiel gestartet. Das Ziel der Initiative besteht darin, durch proaktive und langfristig angelegte Aktivitäten auf verschiedenen Feldern die Geographie in der schulischen Praxis dauerhaft zu stärken. Der Zeitpunkt für eine solche Initiative ist günstig, stehen doch geographische Megathemen wie Klimawandel, Migration etc. im Fokus der Öffentlichkeit.

http://geographiedidaktik.org/de/roadmap-2030/
Aktionsrat Bildung der Vereinigung der bayrischen Wirtschaft (2021): “Nachhaltigkeit im Bildungswesen. Was jetzt getan werden muss.”
https://vbw-aktionsrat-bildung.de/download/ARB-Kurzgutachten_WEB.pdf

Willst du für ein Jahr vorausplanen, so baue Reis.
Willst du für ein Jahrzehnt vorausplanen, so pflanze Bäume.
Willst du für ein Jahrhundert planen, so bilde Menschen.
Zhuangzi

Sekundarbereich I

Erdkunde ist ein Brückenfach zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Am Ende der Sekundarstufe 1 sollen die Schülerinnen und Schüler neben den allgemeingeographischen auch regionalgeographische Kenntnisse erworben haben.

„Geographie ist die wissenschaftliche Bezeichnung des Faches Erdkunde. Die Erdkunde soll Probleme aufzeigen und Lösungen entwickeln, wie wir Menschen verantwortungsvoll mit unserem Planeten umgehen müssen, damit sich auch die nachfolgenden Generationen auf der Erde wohlfühlen können.“

© Diercke Erdkunde 5/6, Westermann 2016.

Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Erde, d.h. deren Darstellung und Beschreibung sowie die unterschiedlichen Lebensräume der Menschen. Dabei wird nicht ausschließlich der gegenwärtige Zustand thematisiert, sondern die Schülerinnen und Schüler sind bereits gefragt, mithilfe begründeter Vorschläge auf Basis des erlernten Unterrichtswissens und ihrer Kreativität die Mensch-Umweltbeziehungen im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu gestalten.

Natürliche Erscheinungen sollen dabei als Grundvoraussetzung verstehbar werden. Insgesamt wird untersucht, wie der Mensch den Raum nutzt und verändert, welche Probleme sich daraus ergeben und welche Lösungsansätze sich anbieten.

Jahrgang 5 (ganzjährig) / Jahrgang 6 (epochal)

  • Orientierung im Raum
  • Die Erde im Sonnensystem
  • Großlandschaften in Niedersachsen
  • Leben und arbeiten im ländlichen und städtischen Raum
  • Endogene und exogene Prozesse
  • Europa

Jahrgang 7 (ganzjährig) / Jahrgang 8 (epochal)

  • Wetter und Klima
  • Klimazonen der Erde
  • Anpassung an natürliche Bedingungen
  • Nutzung der Meere
  • Die Stadt im Wandel der Zeit

Jahrgang 9 (ganzjährig) / Jahrgang 10 (epochal)

  • Räume mit unterschiedlichem Entwicklungsstand
  • Strukturwandel in Industrie und Landwirtschaft
  • Globalisierung
  • Klimawandel
  • Ressourcen/Rohstoffe

Leistungsbewertung
Die Benotung setzt sich aus der mündlichen Mitarbeit (2/3) und den schriftlichen Lernkontrollen (1/3) zusammen. Die mündliche Mitarbeit, dazu zählen vor allem die Beteiligung im Unterricht, das Einbringen von Fachwissen und weiterführenden Beiträgen, aber auch vorgetragene Hausaufgaben, das Führen einer Mappe, ev. Referate u.a., hat den Vorrang vor der schriftlichen Mitarbeit. Zur Kontrolle der Lernergebnisse werden in allen Klassen eine schriftliche Klassenarbeit pro Schulhalbjahr geschrieben.

Lehrmaterialien

  • Jahrgangsübergreifender Atlas: Diercke Weltatlas 2015 978-3-14-100800-5 (33,95 €)
  • Jahrgang 5/6 Diercke Erdkunde 5/6, Topografieheft  Top1
  • Jahrgang 7/8 Dercke Erdkunde 7/8
  • Jahrgang 9/10 Diercke Erdkunde 9/10

Sekundarbereich II

Erdkunde in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (11)

zweistündig als epochaler Einführungskurs (verpflichtend)
Es werden die Notwendigkeit und Herausforderungen nachhaltiger Raumnutzung unterrichtet.
zweistündig als epochaler Wahlpflichtkurs (freiwillig im Wahlpflichtbereich)
Es werden die physischen Grundlagen der Geographie (endogene und exogene Kräfte, atmosphärische Prozesse, evtl. Bodenbildung) auf einem höheren und vertiefenden Niveau unterrichtet. Geographische Grundkenntnisse sind notwendig.

Erdkunde in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (12/13)

dreistündig als Prüfungskurs auf grundlegendem Anforderungsniveau (P4/P5)
fünfstündig als Prüfungskurs auf erhöhtem Anforderungsniveau (P3), kann derzeit nicht angeboten werden
Unterrichtsinhalte in der Qualifikationsphase

Im Geographieunterricht der gymnasialen Oberstufe sollen die Lernenden Kenntnisse und Einsichten erwerben, mit deren Hilfe sie Wirkungszusammenhänge innerhalb verschiedener Räume erkennen und beurteilen können. Sie sollen die eigene und fremde Lebenswelten differenziert wahrnehmen und lösungsorientiert gestalten. Durch geographische Bildung werden Schülerinnen und Schüler befähigt, verantwortungsvoll zur Bewältigung ihrer eigenen Zukunft und zur Zukunft der Erde beizutragen.

Vier Fachmodule legen die inhaltlichen Schwerpunkte verbindlich fest:

  • Raumprägende Faktoren und raumverändernde Prozesse
  • Bedeutungswandel von Räumen
  • Ressourcen und nachhaltige Entwicklung
  • Siedlungsentwicklung und Raumordnung

Elf Raummodule (z.B. Deutschland in Europa oder Afrika südlich der Sahara) konkretisieren die Fachmodule mit raumprägenden Beispielen.

Die Inhalte der vier Fachmodule und das Raummodul „Deutschland in Europa“ sind für Prüfungskurse verbindlich. Für die schriftliche Abiturprüfung werden jeweils zwei weitere der noch verbleibenden zehn Raummodule durch das Kultusministerium festgelegt.

© Niedersächsisches Kultusministerium, Kerncurriculum Erdkunde Oberstufe, in: http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/ek_go_kc_druck_2017.pdf, S. 10-13.

Leistungsbewertung

In der Qualifikationsphase werden Zeitpunkt, Dauer und Anzahl der Klausuren von der Schulleitung festgelegt. Klausuren sind materialgebundene Problemerarbeitungen mit Raumbezug, bei denen die im Unterricht vermittelten Kompetenzen angemessen überprüft werden.

Zur Feststellung der Leistung am Ende des Semesters sind die Ergebnisse der Klausuren und die Bewertung der Mitarbeit im Unterricht heranzuziehen. Bei zwei Klausuren pro Halbjahr werden mündliche und schriftliche Leistung 50% zu 50% bewertet. Bei einer Klausur pro Halbjahr werden mündliche und schriftliche Leistung 2/3 zu 1/3 bewertet.

Zu mündlichen und sonstigen Leistungen zählen z.B.:

  • Beteiligung am Unterrichtsgespräch
  • Mündliche Präsentationen und Überprüfungen
  • Unterrichtsdokumentationen (z.B. Mappe, Portfolio)
  • Anwenden fachspezifischer Methoden und Arbeitsweisen (z.B. Luftbildinterpretation)
  • Makromethoden (z. B. Pro-Contra-Debatte, Concept-Map)
  • Ergebnisse von Partner- oder Gruppenarbeiten und deren Darstellung
  • Arbeitsergebnisse (mediengestützt) visualisieren (z. B. Referat, Wirkungsgefüge, Kurzfilm/Lernvideo)
  • Umgang mit Medien (z.B. GPS, GIS, Computer, google earth)

Folgende Lehrmaterialien sind von den Schülerinnen und Schülern in der E/Q-Phase anzuschaffen:

  • Jahrgangsübergreifender Atlas: Diercke Weltatlas 2015 978-3-14-100800-5 (33,95 €)

Erdkunde in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (11)

  • Diercke Weltatlas 2015
  • Diercke Einführungsheft 978-3-141-4703-3 (21,50 €)

Erdkunde als Wahlpflichtkurs in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe (11)

  • Diercke Weltatlas 2015
  • Diercke Einführungsheft 978-3-141-4703-3 (21,50 €)

Erdkunde in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (12/13)

  • Diercke Weltatlas 2015
  • Diercke Einführungsheft
  • Diercke Deutschland in Europa 978-3-14-151123-9 (18,95 €)
  • entsprechende Themenbände (abhängig von Kursleiter*in)
Fachkräfte

Empfehlungen

Codecheck.de – Produkte checken und verantwortungsbewusst einkaufen
Engagement-global.de – Mediathek
Diercke.westermann.de – Karten und Informationen
Fachzeitschrift Praxis Geographie (Bibliothek)
Fachzeitschrift National Geographic (Bibliothek)
Fashionforfuture-education.net – Nachhaltige Kleidung
Sdg-education.net – Nachhaltigkeitsziele (Agenda 2030)
Utopia.de – einfacher nachhaltig leben
Webgeo.de – multimediale Lernumgebung
Webgis.diercke.de – interaktiver Kartendienst

© Quellen:

http://nibis.ni.schule.de/~vdsg/seiten/unterricht/kerncurricula/Handreichung-kc_II.pdf
http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc_gym_erdk_08_nib2.pdfhttp://www.geographie.de/docs/geographie_bildungsstandards.pdf
lizenzfreie Fotos bei unsplash.com

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