
Kunstausstellung Bewegung ab 1. März in Wunstorfer Stadtkirche
Ein Gemeinschaftsprojekt der Paul-Moor-Schule und dem Hölty-Gymnasium
Das gemeinsame Kunstprojekt mit der Sek 1 E der Paul-Moor-Schule und dem Kunstkurs auf erhöhtem Niveau Jahrgang 12 des Hölty-Gymnasiums hat bereits im November 2025 begonnen. Neben der Förderschullehrerin Frau Wiesner, der pädagogischen Fachkraft Frau Nagel und der Kunstlehrerin Frau Ippisch begleitet die Stadthäger Künstlerin Tania Smolka das Kunstprojekt.
Die Künstlerin Tania Smolka, die bereits mehrere Kunstprojekte am Hölty-Gymnasium Wunstorf durchgeführt bzw. angleitet hat, stellt selbst unkonventionelle, neue Maltechniken vor und leitet die SchülerInnen zu einem experimentellen Umgang mit Farbe an. Für die Hölty-SchülerInnen heißt das, sich auf eine reale Übung einzulassen, theoretische Überlegungen in die Praxis zu transportieren und Lösungen sowohl als Einzelner als auch in der Gruppe zu erarbeiten. Diese neuen Erfahrungen haben die Hölty-SchülerInnen anschließend an die SchülerInnen der Paul-Moor-Schule weitergegeben, um so durch das Anleiten das Gelernte zu vertiefen. Das Experimentieren mit verschiedenen Farben fördert dabei nicht nur die Sinneswahrnehmung und Kreativität, sondern auch die Feinmotorik und Konzentration der SchülerInnen.

Bei dem angewandten aleatorischen Verfahren steht die „Bewegung‟, um die es für die Hölty-SchülerInnen auch in den vorgeschriebenen Zentralabiturthemen geht, im Vordergrund. So bezieht sich diese Arbeitsweise auf die informelle Malerei von Karl Otto Götz, der die Rakeltechnik entscheidend geprägt und weiterentwickelt hat. Durch den experimentellen Einsatz von Acrylfarben und Duschabziehern auf großen Papierbahnen wird die durch Götz berühmt gewordene Rakeltechnik nachgeahmt und es entstehen spontane, abstrakte Bildkompositionen, bei denen Bewegung, Zufall sowie persönliche Entscheidungen bildbestimmend sind. Dazu werden Acrylfarbpunkte auf großen weißen Papierbahnen aufgetragen und anschließend mit einem Duschabzieher in einer fließenden Bewegung über die Fläche verwischt. Es entstehen dadurch dynamische Farbspuren, die die ausgeführte Bewegung sichtbar machen. Mit Hilfe von Passepartouts in unterschiedlichen Größen werden anschließend interessante Bildausschnitte aus den entstandenen dynamischen Strukturen, Überlagerungen und Farbverläufen ausgewählt und ausgeschnitten. Die SchülerInnen erleben in diesem Schritt einen „Aha-Effekt‟ – erst durch die weißen Passepartouts entfalten ihre Werke plötzlich eine neue, stärkere Wirkung. Was zunächst nach wirrer, chaotischer Farbklekserei auf großen Papierbahnen aussieht, sticht jetzt als dynamisch-harmonischer Farbklang heraus, denn die Rahmung lenkt den Blick auf Details der Komposition, lässt die Farben erstrahlen und verleiht den Werken einen galerie-ähnlichen Charakter.

Im Anschluss an die malerische Arbeit mit der Rakeltechnik nach Karl Otto Götz werden die entstandenen Papierreste und Farbflächen nicht entsorgt, sondern von den SchülerInnen als Ausgangsmaterial für dreidimensionale Papierplastiken genutzt. Die bemalten Papiere werden zerschnitten, gerissen, gefaltet oder gerollt und durch Knicken, Schichten, Stecken und Kleben zu individuellen Papierplastiken erweitert. Damit wird auch das folgende Zentralabiturthema, „Darstellung von Bewegung in der Plastik‟, aufgegriffen und der Übergang von der Fläche zum Raum von den SchülerInnen gestalterisch nachvollzogen.
In den entstandenen individuellen abstrakten Kunstwerken kann die Bewegung nicht nur gesehen, sondern als lebendiges Zusammenspiel von Farbe, Rhythmus und Klang erlebt werden. Einen besonderen Reiz stellt dabei das Wechselspiel der technisch verschiedenen, im Dialog miteinander korrespondierenden Werke dar: Die zweidimensionalen Werke zeigen Bewegung als Spur auf der Fläche, während die Plastiken diese Bewegung in den Raum fortsetzen sowie körperlich erfahrbar machen – so wird die Bewegung vom Bild zur Plastik weitergedacht.

So zeigt sich die Bewegung in dieser Ausstellung nicht nur im künstlerischen Prozess, sondern auch im Miteinander der SchülerInnen, die im gemeinsamen Arbeiten in Austausch treten, sich aufeinander zubewegen und die verbindende Erfahrung künstlerisch sichtbar machen.
Musikalisch gerahmt wird die Eröffnung der Kunstausstellung von dem Schulchor “Buntklang” der Paul-Moor-Schule unter der Leitung von Frau Grest, Frau Wedeking und Herrn Wittkugel. Im gebärdenunterstützenden Singen der Hölty- und Paul-Moor-SchülerInnen verbinden sich die ausgestellten Kunstexponate auf sinnlich-ästhetische Weise mit Stimme, Klang und Bewegung.
