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„Franz Kafka: Aus unruhigen Träumen“ – Verwandlungen zwischen Text, Bild und Raum – in der Wunstorfer Stadtkirche

  • Das FORUM Stadtkirche zeigt zwischen dem 20. September und dem 18. Oktober 2026 das gleichnamige, fachübergreifende Projekt des HÖLTY-Gymnasiums Wunstorf
  • Vernissage am Sonntag, 20. September 2026, 17 Uhr, in der Wunstorfer Stadtkirche

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ Mit diesem Satz beginnt Franz Kafka seine legendäre Erzählung Die Verwandlung. Der vieldeutige Text steht im Zentrum eines fachübergreifenden Projektes des Hölty-Gymnasiums Wunstorf zu Leben und Werk des Schriftstellers, an dem die Fächer Deutsch (unter der Leitung von Dr. Stefan Helge Kern) und Kunst (unter der Leitung von Katja Ippisch) sowie das Seminarfach beteiligt sind. „Kafkaesk“ nennt man auch in der Alltagssprache absurde Situationen von unfassbarer Bedrohung und bedrückender Ausweglosigkeit, von denen der Autor in seinen Texten erzählt. Er lässt uns die Hilflosigkeit seiner Figuren miterleben.

Wie sich Die Verwandlung“ in den dreidimensionalen Raum übertragen lässt, haben die 21 Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses auf erhöhtem Niveau unter der Leitung der Kunstlehrerin Frau Ippisch erprobt. Zunächst haben sich die Schülerinnen und Schüler den verschiedenen Szenen der Erzählung zeichnerisch angenähert. Dabei stand nicht allein Gregor Samsas Verwandlung in ein ungeheures Ungeziefer im Mittelpunkt; die Schülerinnen und Schüler haben sich vielmehr mit den Gefühlen beschäftigt, die durch diese unfreiwillige Metamorphose hervortreten – Fremdheit, Ausgrenzung, Einsamkeit, Angst und Ekel – und mit der Frage, was geschieht, wenn ein Mensch von seiner Umwelt plötzlich mit anderen Augen gesehen wird.

Aus diesen Gedanken entstanden vielfältige Bildideen. Die zunächst entwickelten zweidimensionalen Entwürfe wurden Schritt für Schritt weitergedacht und schließlich in dreidimensionale Werke sowie reliefartig den Raum erobernde Assemblagen übertragen. Dabei experimentierten die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Formen, Überlagerungen und Kontrasten sowie mit räumlichen, überraschenden Pop-up-Elementen, die wie auf einer Theaterbühne z.T. durch gezielte Beleuchtung effektvoll in Szene gesetzt werden.

Die so entstandenen räumlichen Objekte zu der Erzählung eröffnen dem Betrachter ganz unterschiedliche Zugänge zu Gregors Geschichte. Mal steht die bedrückende Enge seines Zimmers im Mittelpunkt, mal die Distanz zu seiner Familie, die körperliche Verwandlung oder die zunehmende Ausgrenzung. Die Kunstwerke erzählen Kafkas „Verwandlung“ nicht einfach nach; die entstandenen Assemblagen zeigen vielmehr eindrucksvoll, wie Literatur durch künstlerische Gestaltung in den Raum übertragen und neu interpretiert sowie im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ gemacht werden kann.

Überzeugen Sie sich selbst und erleben Sie, wie Kafkas Worte durch die Ergebnisse aus dem fächerübergreifenden Projekt des Deutsch- und Kunstkurses – vom Text über Bild und Klang bis in den Raum – lebendig werden: Die feierliche Vernissage am Sonntag, 20. September 2026, um 17 Uhr, in der Wunstorfer Stadtkirche, ist eine sehenswerte Mischung aus Lesung, szenischem Spiel und künstlerischer Ausstellung mit musikalischer Umrahmung sowie leckeren Snacks. Der Eintritt ist frei. Das FORUM Stadtkirche sorgt für gekühlte Getränke und freut sich auf Spenden.

 

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